Düsseldorfer Tabelle historischer Vergleich

Die Düsseldorfer Tabelle gilt als bundesweit anerkannte Richtlinie, die die Höhe des Kindesunterhaltes festlegt. Sie hat jedoch keine Gesetzeskraft und regelt nur den Mindestunterhalt, dient aber als Orientierungshilfe für Unterhaltspflichtige. Hier sehen Sie nun den historischen Vergleich der Düsseldorfer Tabelle von Anfang bis heute. Entstanden ist das Zahlenwerk erstmals 1962.

Damals legte eine Mutter Beschwerde ein deren Forderung nach Aufstockung des Kindesunterhaltes abgelehnt wurde. So entstand durch das Oberlandesgericht Düsseldorf 1962 die erste Düsseldorfer Tabelle.

Seinerzeit wurde unterschieden in 6 Altersstufen und 9 Lebensstellungsgruppen bzw. Stände. In die niedrigste Gruppe fielen die Unterhaltspflichtigen aus einfachsten Verhältnissen mit einem Einkommen bis zu 450 DM. In die höchste Gruppe fielen Stars und Minister mit einem Einkommen über 4.000 DM.

Seit 1973 wird keine Unterscheidung mehr nach Ständen vorgenommen, lediglich das Einkommen ist entscheidend. Die Düsseldorfer Tabelle wird seit ihrem Ursprung immer weiter entwickelt (in der Regel alle 2 Jahre). Seitdem hat es 27 überarbeitete Fassungen der Düsseldorfer Tabelle gegeben, in denen die Mindestunterhaltssätze sowie die Einkommensgrenzen und die Selbstbehaltsbeträge neu festgelegt wurden.

Im Jahr 2008 wurden die geregelten Mindestunterhaltssätze im Bürgerlichen Gesetzbuch § 1612 verankert. Im folgenden sehen Sie die erste Düsseldorfer Tabelle von 1962.

Düsseldorfer Tabelle 1962


maßgebliche Lebensverhältnisse
(Vorstellung v.d. Einkommensverhältnissen des Unterhaltspflichtigen)
Kinder im Alter von … bis Lebensjahrenuneheliche
Kinder
Ehegatte
(i. Klammern
Selbstbehalt Pflichtigen)
1–66–1010–1414-1818–2121–251–16
einfachste Verhältnisse (0-450)708510512518020085200 (220)
irgendwie ausgebildete Arbeitskräfte (400-700)759011013018020590220 (240)
Arbeitskräfte m. abgeschl. Ausb./ Lehre; selbst. Gewerbetreib. ohne bes. Ausbildung; Kleinbauern; untere Beamte u. Angestellte (600-800)8010012014018021095240 (275)
qual. Facharb. mit u. ohne abgeschl. Ausb.; unselbst. Handwerker mit gr. Befähigungsnachweis; selbst. Gewerbetrib. mit besond. Ausb.; mittlere Beamte u. Angestellte (700-1.000)90110130150180215100270-300 (300-400)
selbst. Handw.; Gewerbetr. und Bauern mit mittleren Betrieben; HTL-Ing.-Arch.; Lehrer; gehobene mittlere Beamte (900-1.400)100120140160190220110330-380 (350-450)
selbst. Handw.; Gewerbetr. und Bauern mit großen Betrieben; leit. Angest., Akademiker ohne bes. herausgeh. Stellg.; Großhändler; Künstler (1.300-2.000)110130150170200230120450-550 (480-600)
Direktoren mittl. Ind.-Betriebe; Rittergutsbesitz; Akademiker als Behördenleiter; Abt.-Leit., Klinik-u. Instituts-Chefs; ord. Professoren (1.800-3.000)120140160180220250130600-700 (650-800)
Inh. mittl. Ind.-Betr.; Führungskräfte d. Wirtsch. u. Minister als solche; Generaldir. d. Ind. (2.500-5.000)130150170190240280140800-1.000 (900-1.200)
besond. herausgeh. (prominente) Persönlichk.; Stars; Minister (4.000- 00)1401601802002603001501200-1500 (1.500-2.000)

Hier können Sie die aktuelle Düsseldorfer Tabelle finden und sehen wie gravierend sie sich verändert hat.

Düsseldorfer Tabelle in der Praxis

Sie dient den Gerichten als Entscheidungsgrundlage. Damit soll eine einheitlichere und faire Rechtsprechung erreicht werden, sodass es grundsätzlich keine Rolle mehr spielt, welches Gericht über die Höhe entscheidet, solange die Vorgaben der Tabelle von den Richtern eingehalten wird. In der Praxis werden die Beträge von der Tabelle unter Berücksichtigung des Einkommens des/der Unterhaltspflichtigen sowie des Kindesalters abgelesen. Außerdem muss der Selbstbehalt berücksichtigt werden, der jedem/jeder Unterhaltspflichtigen noch zur Verfügung stehen muss. Des Weiteren wird das halbe Kindergeld noch vom Tabellenbetrag abgezogen, um den endgültigen Mindestbedarf des Kindes festzustellen. Es kann jedoch sein, dass der Unterhaltsbedarf aufgrund der Umstände im Einzelfall noch höher ausfällt.

Düsseldorfer Tabelle historischer Vergleich

Fazit

Die Düsseldorfer Tabelle besteht nun seit 52 Jahren und dient als bundesweit anerkannte Richtlinie, um den Mindestunterhalt für „Trennungskinder“ zu bestimmen. Sie hat jedoch keine Gesetzeskraft. In der Regel wird sie alle zwei Jahre überarbeitet. Seit 1962 hat es 27 überarbeitete Fassungen der Düsseldorfer Tabelle gegeben. In der erstmaligen Fassung wurde bei den Einkommensgruppen noch nach Ständen bzw. Lebensstellung unterschieden. Dies hat das Oberlandesgericht mit der Fassung im Jahr 1973 jedoch abgeschafft.


Bildquelle:
Bild unten: © panthermedia.net / Randolf Berold

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