Düsseldorfer Tabelle Glossar und Lexikon

Angemessener Eigenbedarf

Unter einem angemessenen Eigenbedarf versteht man die Summe, welche dem Unterhaltszahlenden zur Verfügung stehen sollte, damit dieser ein angemessenes Leben führen kann. Diese Summe berechnet sich aus dem Einkommen des Zahlungspflichtigen, dessen festen Ausgaben und dem Alter des Kindes. So kann je nach privater Situation und Einkommen ein unterschiedlich hoher angemessener Eigenbedarf entstehen.

Ausbildungsvergütung

Unter dem Begriff Ausbildungsvergütung wird die monatliche Bezahlung von Auszubildenden, welche sich in einer Berufsausbildung befinden, geregelt. Damit ist weder Gehalt noch Lohn, sondern eher eine Art Taschengeld gemeint. Ausgezahlt wird diese meist am letzten Arbeitstag eines Monats. Der Betrag liegt bei 325 Euro. Wird diese Summe überstiegen, kann die Ausbildungsvergütung beim Unterhalt mit bedacht werden.

Barunterhaltspflicht

Eine Barunterhaltspflicht besteht bei geschiedenen Eltern gegenüber ihren Kindern. Sie wird von dem Elternteil gezahlt, bei welchem das Kind nicht wohnt. Dabei handelt es sich um eine zu zahlende Geldleistung, welche dieses Elternteil dem Kind so zusagen schuldet. Ziel dieser Summe ist es den Lebensunterhalt eines minderjährigen Kindes zu decken. Sobald das Kind allerdings volljährig wird, geht die Barunterhaltspflicht auf beide Elternteile gleichermaßen über.

Bedarfskontrollbetrag

Der Bedarfskontrollbetrag stellt eine Art Übersicht dar, ob eine gleichmäßige Verteilung des Einkommens zwischen dem Unterhaltspflichtigen und dem Unterhaltsberechtigtem gewährleistet ist. Damit soll gesichert sein, dass der Unterhaltspflichtige nicht schlechter dasteht als der Unterhalsberechtigte. Der Bedarfskontrollbetrag dient somit ausschließlich der Gleichstellung beider Teile.

Berufsbedingte Aufwendungen

Berufsbedingte Aufwendungen sind Kosten, welche dem Unterhaltspflichtigen zugebilligt werden können. Sie müssen genau von den Kosten der allgemeinen Lebensführung abgegrenzt werden. Dies können zum Beispiel Fahrkosten, Beiträge zu Berufsverbänden, Bewerbungskosten, Fortbildungskosten oder Kosten für Arbeitsmittel sein. Somit besteht bei diese Aufwendungen die Möglichkeit, dass sich der geschuldete Unterhalt teilweise reduzieren könnte. Liegen diese Aufwendungen vor, kann eine Pauschale von 5 Prozent des Nettoeinkommens berechnet werden. Bei höheren berufsbedingten Aufwendungen, sofern diese nachgewiesen werden, können diese auch höher sein.

Ehegattenunterhalt

Der Ehegattenunterhalt muss im Trennungsfall an den anderen gezahlt werden. Damit dieser gewährleistet ist, müssen die Ehepartner getrennt leben, einer muss bedürftig sein und beim anderen muss eine Leistungsfähigkeit vorliegen. Dieser Fall tritt besonders dann in Kraft, wenn Kinder im Haushalt leben.

Existenzminimum

Unter dem Existenzminimum versteht man einen Betrag, welcher dem Elternteil mindestens zur Verfügung stehen muss. Damit das Existenzminimum eines Kindes nicht gefährdet wird, dürfen die eigenen Einkünfte oder Bezüge den Kindergeldanspruch nicht gefährden.

Kindesunterhalt

Darunter versteht man den Unterhalt, welchen die Erziehungsberechtigten gegenüber ihrem Kind zu leisten haben. Diese Unterhaltsverpflichtung besteht für eheliche und nichteheliche Kinder gleichermaßen. Weiterhin besteht sie für minderjährige Kinder und auch für volljährige, sofern diese nicht in der Lage sind sich selbst zu versorgen. Diese Unterhaltspflicht besteht zudem für beide Elternteile.

Mangelfälle

Unter Mangelfällen versteht man Unterhaltspflichtige, die auf Grund zu geringer Leistungsfähigkeit ihren Unterhaltspflichten nicht nachkommen können. Wenn es zu solch einem Fall kommt, ist die Grenze der gesetzlich festgelegte Selbstbehalt.

Selbstbehalt

Jedem Unterhaltspflichtigen steht ein Geldbetrag zu, welcher ihm ein angemessenes Leben ermöglicht. Dieser Betrag ist der sogenannte Selbstbehalt. Dieser Betrag legt weiterhin fest, wie viel Geld der Unterhaltspflichtige mindestens noch für sich selbst zur Verfügung haben sollte. Ein Unterhaltspflichtiger darf nicht zum Sozialfall werden, nur weil er Unterhalt zahlt. Einigen sich der Unterhaltspflichtige und der Unterhaltsberechtigte nicht selbst über die Höhe des Unterhalts, so wird diese von einem zuständigen Gericht festgelegt.

Unterhalt Kinder

Regelansprüche sind immer erst beim unterhaltspflichtigen Elternteil geltend zu machen. Die Höhe des jeweiligen Unterhaltes wird mit Hilfe der Düsseldorfer Tabelle ermittelt. Die genaue Höhe ist dabei vom Einkommen des Unterhaltspflichtigen und vom Alter des Kindes abhängig.

Unterhaltsbedarf

Die Höhe des Unterhalts ist der Unterhaltsbedarf. Im Scheidungsfall muss diese ein Ehepartner für den anderen oder für die Kinder zahlen. Die Höhe richtet sich dabei unter anderem nach den ehelichen Lebensverhältnissen. Zur Berechnung werden das Gesamteinkommen, welches während dem Bestehen der Ehe vorhanden war, sowie sämtliche weitere Einkünfte und Vermögenswerte berücksichtigt.

Unterhaltsberechtigter

Ein Unterhaltsberechtigter ist derjenige, welchem ein Unterhalt gezahlt werden muss. Dies kann ein Elternteil mit geringem Einkommen, aber auf jeden Fall auch ein minderjähriges und in selteneren Fällen auch volljähriges Kind sein.

Verwandtschaftsunterhalt

Unter dem Begriff Verwandtschaftsunterhalt versteht man einen Unterhalt, welchen Verwandte aus gerader Linie sich zahlen müssen, sofern ein Bedarfsfall vorliegt. Unter einer geraden Verwandtschaftslinie versteht man diejenigen Personen, wo einer vom anderen abstammt. Somit sind Eltern für ihre Kinder oder sogar Enkelkinder verpflichtet.

Volljährige Kinder

Volljährige Kinder sind Personen, welche die Volljährigkeit erreicht haben. Sie haben also das achtzehnte Lebensjahr überschritten.

Volljährige Kinder Unterhaltspflicht

Auch gegenüber volljährigen Kindern kann eine Unterhaltspflicht der Eltern vorliegen. Hat das Kind das achtzehnte Lebensjahr vollendet ist nicht nur der im Haushalt lebende Elternteil, sondern auch der andere unterhaltspflichtig.

Nun zählt allerdings das Kindergeld als Einkommen und der zu zahlende Unterhaltsteil kann um diese Summe gekürzt werden. Eltern sind laut Gesetz solange unterhaltspflichtig bis das Kind seine Berufsausbildung vollendet hat. Dafür gibt es keine festgelegte Altersgrenze. Zudem ist es völlig unerheblich, ob es sich um eine Berufsausbildung oder um ein Hochschulstudium handelt. Auch sind eheliche und nichteheliche Kinder absolut gleichgestellt.