Düsseldorfer Tabelle 2014

Die Düsseldorfer Tabelle 2014 ist der Maßstab für die aktuelle Berechnung des Unterhalts. Hierzu gehört insbesondere der Kindesunterhalt. Sie wurde im Jahre 1962 durch das OLG Düsseldorf eingeführt ist nun bereits seit 50 Jahren der Richtwert, um den Unterhalt zu bemessen.

 

Die letzte Anpassung der Tabelle fand am 01.01.2013 statt und gilt immer noch für das Kalenderjahr 2014. Im Vergleich zur Düsseldorfer Tabelle aus dem Jahre 2011/2012 hat sich der Bedarfskontrollbetrag insgesamt erhöht.

Allerdings hat die Düsseldorfer Tabelle keine Gesetzeskraft. Sie ist vielmehr eine allgemeine Richtlinie, die Gerichte bei der Ermittlung der Unterhaltspflicht als Maßstab heranziehen. All denjenigen, die Unterhalt zahlen müssen, gibt die Tabelle einen Aufschluss über die Unterhaltshöhe.

Düsseldorfer Tabelle 2014

Gültig vom 01.01.2013 bis wahrscheinlich 31.12.2014

 

Nettoeinkommen des
Unterhaltspflichtigen in €
Altersstufen in Jahren (§ 1612 a I BGB)
Beträge in €
ProzentBedarfs-
kontroll-
betrag in €
0-56-1112-17ab 18
1.bis 1.500317364426488100800/1000
2.1.501-1.9003333834485131051100
3.1.901-2.3003494014695371101200
4.2.301-2.7003654194905621151300
5.2.701-3.1003814375125861201400
6.3.101-3.5004064665466251281500
7.3.501-3.9004324965806641361600
8.3.901-4.3004575256147031441700
9.4.301-4.7004825546487421521800
10.4.701-5.1005085836827811601900

Wenn das monatliche Nettoeinkommen über 5.101 Euro liegt, dann wird die Unterhaltspflicht individuell ermittelt.

Hier geht es zur Düsseldorfer Tabelle mit Zahlbeträgen.

Wonach richtet sich die Unterhaltsverpflichtung?

Der Höhe des Unterhalts richtet sich nach dem Nettoeinkommen, das nach Bereinigung des Bruttoeinkommen bleibt. Wichtig ist, dass es sich bei den Werten in der Tabelle um den Unterhaltsanspruch handelt, nicht jedoch um den tatsächlichen Betrag, den der Unterhaltsschuldner entrichten muss.

Das Kindergeld darf bei dem Unterhaltsanspruch angerechnet werden, sodass sich meistens ein deutlich geringerer Betrag ergibt. Derjenige Elternteil, bei dem das Kind nicht lebt, hat das Recht den Barunterhalt um die Hälfte des Kindergeldes zu kürzen. Der Barunterhalt richtet sich ferner nicht nur nach dem Nettoeinkommen, sondern auch nach dem Alter des Kindes.

Bei volljährigen darf sogar das gesamte Kindergeld auf den Barunterhalt angerechnet werden.

Die Tabelle bezieht sich ferner auf den Unterhalt von zwei Personen, da dies der Regelfall ist. Neben der Möglichkeit, dass der Barunterhalt in der Tabelle abgelesen werden kann, bietet sich auch die Option den Unterhalt mit einem Multiplikator zu berechnen. Hierbei werden die prozentualen Werte, die sich aus der Tabelle entnehmen lassen, mit dem Basiswert der ersten Zeile multipliziert.

Bei der Beurteilung der Unterhaltspflicht ist es auch wichtig zu beachten, dass der Bedarfskontrollbetrag des Unterhaltsschuldners nicht unterschritten wird. Dem Unterhaltspflichtigen mit dem niedrigsten Einkommen steht ein monatlicher Betrag in Höhe von 1000 Euro zu. Je höher das Einkommen ist, desto höher ist auch der Bedarfskontrollbetrag. Wird dieser Betrag unterschritten, rutscht der Schuldner in die nächstniedrigere Einkommensstufe.

Düsseldorfer Tabelle 2014

Welche zusätzlichen Regelungen gibt es?

Bei der Berechnung der Unterhaltspflicht nach der Düsseldorfer Tabelle sind einige, weitere Regelungen zu beachten. Es kann beispielsweise zu einem sogenannten Mangelfall kommen. Hierbei sind die Kinder des Unterhaltspflichtigen vor dem Ehegatten zu berücksichtigen, sofern ein Mangelfall eintritt. Mangelfall heißt, dass der Selbstbehalt des Unterhaltspflichtigen unterschritten würde, wenn er auch Unterhalt für den Ehegatten zahlen müsste. Im Zusammenhang mit einem Ehegattenunterhalt können auch Schulden abgezogen werden, die Ehegatte gegenüber dem Unterhaltsschuldner hat.

Darüber hinaus tritt in vielen Fällen auch die sogenannte 5 Prozent-Regel ein. Diese besagt, dass vom Arbeitseinkommen eine 5-prozentige Pauschale für Arbeitskleidung und Anfahrtskosten zu bereinigen ist. Sie wirkt sich demnach auch auf die Unterhaltspflicht aus. Für Pensionäre und Arbeitslose gilt diese Regelung natürlich nicht. Die 5 Prozent-Regelung kann auch für den Ehegattenunterhalt angewandt werden.

Beispielrechnung Düsseldorfer Tabelle 2014

Ein Unterhaltspflichtiger muss seinen beiden Kinder, 9 und 14 Jahre, Unterhalt zahlen. Er verdient im Monat 2050 Euro (gekürzter Betrag) netto. Der Unterhaltspflichtige fällt somit in Einkommenstufe 3 und muss für das 9-jährige Kind 401 Euro und für das 14-jährige Kind 469 Euro zahlen. Von dem Betrag muss jeweils noch hälftig das Kindergeld abgezogen werden, jeweils 92 Euro, somit ergibt sich ein Unterhalt von 309 Euro bzw. 377 Euro und somit insagesamt 686 Euro für beide Kinder.

Fazit

Es lässt sich also zusammenfassend sagen, dass das bereinigte Nettoeinkommen und das Alter des Kindes für die Höhe des Kindesunterhalts ausschlaggebend ist. Dies gilt auch dann, wenn das Einkommen derjenigen Person, bei dem das Kind lebt, viel höher ist. Da die Düsseldorfer Tabelle 2014 seit zwei Jahren besteht, ist es möglich das sich 2015 wieder etwas ändert. Denn in der Regel verändert sich alle zwei Jahre etwas. Das kann aber erst endgültig gesagt werden, wenn die neue Düsseldorfer Tabelle am 01.01.2015 vom Oberlandesgericht Düsseldorf veröffentlich wird.

Bildquelle:
Bild mitte: © panthermedia.net / Ufuk ZIVANA

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